Zum Inhalt springen
Vorlagerie

Wie viel Haushaltsgeld ist normal?

Die Frage taucht in jedem Haushalt auf und wird selten beantwortet. Woran man sich orientieren kann, warum Durchschnittswerte trügen und wie man seinen eigenen Wert findet.

3 Minuten Lesezeit

„Wie viel gebt ihr im Monat für Lebensmittel aus?" ist eine Frage, auf die man selten eine brauchbare Antwort bekommt – weil die meisten es nicht genau wissen und weil die Antwort ohne Kontext wenig aussagt.

Warum Durchschnittswerte in die Irre führen

Es gibt statistische Angaben zu den Konsumausgaben privater Haushalte, und sie sind als grobe Orientierung brauchbar. Als Maßstab für den eigenen Haushalt taugen sie kaum, weil hinter einem Durchschnitt sehr unterschiedliche Lebenslagen stecken: Haushaltsgröße, Alter der Kinder, Region, Ernährungsweise, wie oft auswärts gegessen wird, ob ein Garten mit Ertrag dazugehört.

Zwei Vierpersonenhaushalte können sich beim Lebensmittelbudget um den Faktor zwei unterscheiden, ohne dass einer davon verschwenderisch wäre.

Den eigenen Wert finden

Der einzige belastbare Weg führt über drei Monate eigene Aufzeichnung. Wichtig ist dabei die Trennung, die die meisten nicht machen:

  • Lebensmittel im engeren Sinn
  • Drogerie und Haushaltsbedarf – landet oft im selben Einkauf und verzerrt die Zahl erheblich
  • Auswärts essen und Lieferdienste – ein eigener Posten, weil er sich anders steuern lässt
  • Vorratskäufe – ein Großeinkauf verschiebt das Bild eines Monats, ohne dass sich etwas geändert hätte

Erst nach drei Monaten zeigt sich ein Durchschnitt, der etwas über den eigenen Haushalt aussagt. Und dieser Wert ist der einzige, mit dem sich sinnvoll arbeiten lässt.

Was den Betrag tatsächlich bewegt

Die wirksamsten Hebel sind keine Sparratschläge, sondern strukturelle Punkte:

Planung vor dem Einkauf. Wer mit Liste einkauft, kauft messbar weniger daneben. Die Liste wirkt stärker als jede Preisvergleichs-App.

Weniger wegwerfen. In deutschen Privathaushalten landen pro Kopf und Jahr rund 78 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Ein erheblicher Teil davon wurde gekauft und nie eingeplant.

Auswärts essen sichtbar machen. Dieser Posten wächst leise, weil er in kleinen Beträgen anfällt. Wer ihn getrennt erfasst, sieht die Jahressumme – und die überrascht regelmäßig.

Ein Budget, das hält

Ein Budget, das deutlich unter dem tatsächlichen Durchschnitt liegt, wird gerissen und dann aufgegeben. Realistischer ist, vom gemessenen Wert auszugehen und in Schritten von fünf bis zehn Prozent zu reduzieren. Das ist unspektakulär, aber es ist der Unterschied zwischen einem Budget, das man führt, und einem, das man nach sechs Wochen ignoriert.

Was den Unterschied zwischen zwei Haushalten ausmacht

Wenn zwei Haushalte gleicher Größe bei den Lebensmitteln weit auseinanderliegen, sind es in der Regel dieselben fünf Faktoren:

  • Wie oft auswärts gegessen oder bestellt wird. Der mit Abstand größte Einzelfaktor.
  • Fertigprodukte gegen Grundzutaten. Der Aufschlag für Vorbereitung ist erheblich.
  • Einkaufsort. Zwischen Discounter, Vollsortimenter und Bioladen liegen bei gleichem Warenkorb deutliche Unterschiede.
  • Wie viel weggeworfen wird. Unsichtbar in der Abrechnung und trotzdem bezahlt.
  • Fleischanteil. Wirkt in beide Richtungen, je nach Qualität und Menge.

Wer seinen Wert senken will, findet hier die Hebel – in dieser Reihenfolge. An Preisen einzelner Artikel zu feilen bringt dagegen erstaunlich wenig, solange die ersten beiden Punkte nicht geklärt sind.

Vorratshaltung: wann sie spart und wann nicht

Großpackungen sind pro Einheit günstiger – aber nur, wenn alles verbraucht wird. Bei Haltbarem mit gleichmäßigem Verbrauch (Nudeln, Reis, Konserven, Waschmittel) rechnet sich der Vorrat. Bei Frischem und bei Dingen, die man selten benutzt, ist der Großeinkauf häufig teurer, weil ein Teil im Müll landet.

Ein zweiter Punkt: Vorratskäufe verzerren die Monatsstatistik. Wer im März für 200 Euro Vorrat kauft, hat einen teuren März und einen günstigen April, ohne dass sich etwas geändert hätte. Deshalb gehören sie als eigener Posten erfasst.

Preise steigen: den eigenen Wert nachführen

Ein Budget, das vor drei Jahren realistisch war, ist es heute womöglich nicht mehr. Statt sich zu ärgern, dass man das alte nicht mehr einhält, lohnt es, den Wert einmal im Jahr neu zu messen – gleiche Methode, neue Zahl.

Das trennt zwei Dinge, die sonst vermischt werden: ob man mehr ausgibt, oder ob dasselbe mehr kostet. Nur im ersten Fall gibt es etwas zu ändern.

Gemeinsam haushalten

In Haushalten mit zwei Einkommen führt „Haushaltsgeld" schnell zu einem schiefen Bild – als bekäme eine Person einen Betrag zugeteilt. Praktikabler ist ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben, auf das beide anteilig einzahlen, und darüber wird eingekauft.

Der Anteil kann gleich hoch sein oder sich am Einkommen orientieren. Beides ist vertretbar – wichtiger ist, dass die Regel ausgesprochen ist und nicht stillschweigend vorausgesetzt wird.

Das hilft dabei

Fertige Vorlagen zu diesem Thema, sofort nach dem Kauf verfügbar.

Alle Vorlagen aus Haushalt & Budget

Gratis-Vorlage

Eine Vorlage gratis, dazu einmal im Monat das Neue

Such dir eine der vier Vorlagen aus. Dazu einmal im Monat eine Mail mit neuen Vorlagen, nur wenn es welche gibt. Abmelden jederzeit.

Du bestätigst deine Adresse mit einem Klick in der Mail (Double-Opt-in). Alle kostenlosen Vorlagen Datenschutz

Häufige Fragen

Gibt es einen Richtwert pro Person?
Nur als grobe Orientierung. Haushaltsgröße, Alter der Kinder, Region und Ernährungsweise wirken so stark, dass Durchschnittswerte für den eigenen Haushalt wenig aussagen.
Wie finde ich meinen eigenen Wert?
Drei Monate erfassen, getrennt nach Lebensmitteln, Drogerie, Auswärtsessen und Vorratskäufen. Erst dann ergibt sich ein belastbarer Durchschnitt.
Wie viel kann ich realistisch sparen?
Fünf bis zehn Prozent in Schritten, ausgehend vom gemessenen Wert. Ein Budget deutlich darunter wird gerissen und dann aufgegeben.

Weiterlesen