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Pinterest für Verkäufer, warum es keine Social-Media-Plattform ist

Pinterest wird oft wie Instagram behandelt und funktioniert grundlegend anders. Was das für Bildformat, Texte und Zeitplanung bedeutet.

3 Minuten Lesezeit

Der häufigste Fehler bei Pinterest ist, es wie Instagram zu behandeln: posten, Follower sammeln, auf Likes hoffen. Pinterest funktioniert anders – näher an einer Suchmaschine als an einem sozialen Netzwerk.

Was der Unterschied praktisch bedeutet

Followerzahl ist zweitrangig. Inhalte werden überwiegend über Suche und Empfehlungen ausgespielt, nicht über einen Feed von Abonnenten. Ein neues Konto kann Reichweite haben, wenn die Pins zu Suchanfragen passen.

Inhalte haben eine lange Lebensdauer. Ein Beitrag in sozialen Netzwerken ist nach zwei Tagen praktisch tot. Ein Pin kann Monate oder Jahre später noch gefunden werden. Das verändert die Rechnung vollständig: Aufwand, der sich bei einem Instagram-Post nicht lohnt, kann sich bei einem Pin lohnen.

Saisonale Themen laufen früh. Nutzer planen dort voraus. Weihnachtsinhalte werden ab Spätsommer gesucht, Urlaubsplanung im Winter. Wer im Dezember Weihnachtsinhalte veröffentlicht, ist zu spät.

Was ein Pin braucht

  • Hochformat. Etwa 2:3 ist Standard. Querformate werden im Raster kleiner dargestellt und schlechter wahrgenommen.
  • Text im Bild. Anders als bei anderen Plattformen ist eine Textzeile im Pin üblich und hilfreich – sie sagt, worum es geht, bevor jemand klickt.
  • Titel und Beschreibung mit echten Suchbegriffen. Das ist der Teil, über den Pinterest den Inhalt einordnet. Wer hier nur einen schönen Satz schreibt, verschenkt die Zuordnung.
  • Ein Ziel, das hält. Der Link sollte auf eine Seite führen, die einlöst, was der Pin verspricht.

Regelmäßigkeit schlägt Menge

Wenige Pins über Wochen verteilt wirken besser als dreißig an einem Tag. Der Grund ist derselbe wie bei jeder Plattform: Ein gleichmäßiger Rhythmus ist ein Signal für ein aktives Konto. Ein Redaktionsplan, der Themen über das Jahr verteilt, ist hier nützlicher als bei den meisten anderen Kanälen – eben weil die Saison so weit vorausläuft.

Was dieser Text nicht leistet

Dies ist der Überblick über das Prinzip. Wie ein Konto aufgebaut wird, wie Boards sinnvoll strukturiert sind, welche Textbausteine funktionieren und wie ein Saisonplan über zwölf Monate aussieht, steht ausführlich im Pinterest-Guide im Shop. Auch dort gilt: keine Reichweiten- oder Verdienstversprechen, sondern Vorgehen und Aufwand.

Boards sinnvoll aufbauen

Ein Konto besteht aus Pinnwänden, und deren Struktur wirkt auf die Zuordnung. Was funktioniert: wenige, klar benannte Boards zu Themen, nach denen tatsächlich gesucht wird – nicht nach internen Kategorien.

„Haushaltsorganisation" ist ein Board, „Meine Produkte" keines. Beschreibungstexte zu jedem Board helfen bei der Einordnung und werden fast immer weggelassen.

Ein verbreiteter Fehler ist, hunderte fremde Pins zu sammeln. Das war früher üblich und ist heute eher hinderlich, weil das Profil dadurch inhaltlich unscharf wird. Wenige eigene Boards mit klarem Thema sind besser als vierzig gemischte.

Mehrere Pins je Inhalt

Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Kanälen: Für dieselbe Zielseite lassen sich mehrere verschiedene Pins erstellen – anderes Bild, andere Textzeile, anderer Blickwinkel. Das ist erlaubt und sinnvoll, weil unterschiedliche Gestaltungen unterschiedliche Menschen ansprechen.

Wichtig ist nur, dass es wirklich verschiedene Pins sind und nicht dieselbe Grafik mehrfach. Und sie sollten zeitlich verteilt veröffentlicht werden, nicht alle an einem Tag.

Der Saisonkalender

Weil Pinterest weit voraus geplant wird, lohnt eine grobe Jahresplanung. Als Orientierung, wann Themen gesucht werden:

  • Jahresplanung und Ordnung: ab November für Januar
  • Ostern und Frühling: ab Januar
  • Garten und Grillen: ab März
  • Einschulung: ab Mai
  • Herbst und Halloween: ab August
  • Weihnachten: ab September

Das ist deutlich früher, als es sich anfühlt, und es ist der häufigste Grund, warum saisonale Inhalte nicht laufen: Sie kommen zum Termin statt zur Planung.

Was man messen sollte

Die auffälligste Zahl ist die Zahl der Impressionen, und sie ist die am wenigsten nützliche. Was tatsächlich zählt, sind Klicks auf die Zielseite und – falls messbar – was dort passiert. Ein Pin mit vielen Aufrufen und wenigen Klicks hat ein Problem mit dem Versprechen; ein Pin mit wenigen Aufrufen und guter Klickrate braucht nur mehr Sichtbarkeit.

Diese Unterscheidung ist der praktische Nutzen der Statistik. Alles andere ist Kosmetik.

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Häufige Fragen

Brauche ich viele Follower?
Nein. Pinterest spielt Inhalte überwiegend über Suche und Empfehlungen aus, nicht über einen Feed von Abonnenten.
Welches Bildformat?
Hochformat, etwa 2:3. Querformate werden im Raster kleiner dargestellt und deutlich schlechter wahrgenommen.
Wann veröffentliche ich saisonale Inhalte?
Deutlich früher als anderswo. Weihnachtsinhalte werden ab Spätsommer gesucht – im Dezember ist es zu spät.

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